Pressemitteilung von Ficedula vom 24. Mai 2022

Die Brutvogelwelt des Kantons Tessin wird vielfältiger

Eine gute Nachricht für die Brutvogelwelt im Tessin. Ficedula, der Verein zur Erforschung und zum Schutz der Vögel der italienischen Schweiz, teilt mit, dass der Rotmilan nach langem Warten nun endlich auch bei uns brütet. In den letzten Jahren hat der Rotmilan sein Verbreitungsgebiet nördlich der Alpen ausgeweitet, und auch im Tessin gab es immer mehr Sichtungsmeldungen, zunächst nur von überwinternden und später auch von im Sommer hier verweilenden Exemplaren. Ficedula hatte bereits seit längerer Zeit einige Standorte in bestimmten Tessiner Alpentälern im Blick. In diesem Jahr brütet nun endlich ein Paar erfolgreich.

Der Rotmilan ist im Gegensatz zum häufiger vorkommenden Schwarzmilan, der vor allem entlang des Verbano und des Ceresio verbreitet ist, größer und lässt sich leicht an seiner rötlichen Färbung und dem stark gegabelten Schwanz erkennen, worauf auch sein englischer Name „kite“ (Drachen) zurückzuführen ist. Er erreicht eine Flügelspannweite von bis zu 160 cm und nimmt unter den in der Schweiz nistenden Greifvögeln hinsichtlich seiner Größe den dritten Platz ein, nach dem Bartgeier und dem Steinadler. Nach einer Brutzeit von 30 Tagen für die 2–3 Eier verlassen die Jungvögel das Nest nach weniger als zwei Monaten im Nest.

Das Tessiner Nest befindet sich an der zentralen Astgabel eines Nadelbaums in etwa 7 Metern Höhe über dem Boden. Das Nisten auf Nadelbäumen ist bei vielen tagaktiven Raubvögeln üblich, die sich auf diese Weise zu Beginn der Brutzeit besser geschützt fühlen, wenn die Laubbäume noch kahl sind.

Ficedula bittet alle Bürger, Sichtungen des Rotmilans per E-Mail an segreteria.ficedula@gmail.com oder telefonisch unter 079 207 14 07 zu melden.