
Das Vogelprojekt in Dötra
Bereits seit den frühen 1980er Jahren war das Gebiet um Dötra im Blenio-Tal für seinen Reichtum an alpiner Vogelwelt bekannt. Es war jedoch einer ernsthaften Bedrohung ausgesetzt: einer touristischen Siedlung mit einem Wintersportzentrum mit 3.000 Betten und Ferienhäusern.
Anlässlich der außerordentlichen Mitgliederversammlung vom 21. September 1995 beschloss Ficedula daher, mit finanzieller Unterstützung der Ornithologischen Gesellschaft Zürich ein 47 Hektar großes Gebiet zu erwerben, um es zugunsten der alpinen Vogelwelt und ganz allgemein als Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt zu erhalten. Zu diesem Zweck wurde am 18. Oktober desselben Jahres die Stiftung Dötra gegründet; die Gründungsurkunde wurde von zwei Vertretern von Ficedula, Marzio Rondelli und Marco Salvioni, sowie von Rolf Kunz als Vertreter der Ornithologischen Gesellschaft Zürich unterzeichnet.
Die Bebauung konnte somit verhindert werden, und in diesem Gebiet hat sich bis heute eine sehr artenreiche Vogelwelt erhalten, zu deren Brutvogelarten der Bergfasan, die Wachtel, der Weißbauch-Waldsänger, die Halsband-Amsel, der Beifußsänger, die Blaukehlchen, der Organett, Buschsperling und Gelbkehlchen. In den alpinen Wiesen gibt es noch zahlreiche Paare der Feldlerche, einer stark rückläufigen Art, die in den letzten Jahren aus den Ebenen des Tessins vollständig verschwunden ist. Der Wachtelkönig unterhält auf den Wiesen von Dötra einen stabilen Bestand von etwa 30 Brutpaaren. Die Region Dötra gehört zu den „Important Bird and Biodiversity Areas“ – Gebieten, die für ihre Artenvielfalt und insbesondere für ihre Vogelwelt von besonderer Bedeutung sind.
Seit 2002 wird das Gebiet im Rahmen eines Vernetzungsprojekts bewirtschaftet. Von entscheidender Bedeutung für bodenbrütende Arten ist die späte Mahd, die dank Verträgen und Fördermitteln sowie in Zusammenarbeit mit vielen Landwirten erst nach dem 15. Juli erfolgt, wenn die Jungvögel von Wachteln, Feldlerchen und Wiesenpiepern ihre Nester am Boden verlassen haben.
Das Gebiet ist auch in botanischer Hinsicht sehr bekannt; die Wiesen sind reich an Orchideen, und die Blüte der Paradisea ist berühmt.
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