
Das Projekt „Rondine“
Als Symbol des Frühlings und der tiefen Verbundenheit zwischen Mensch und Natur steht die Schwalbe seit langem im Mittelpunkt der Projekte von Ficedula.
Seit 2009 stand die Schwalbe im Mittelpunkt einer Migrationsforschung im Rahmen eines Interreg-Projekts zwischen Italien und der Schweiz. Dank der Entwicklung innovativer Geräte – der Geolokalisatoren – gelang es erstmals, die Überwinterungsgebiete der Tessiner Schwalben zu ermitteln.
Die über einen Zeitraum von fünf Jahren durchgeführte Studie ergab, dass der Großteil der Population den Winter beiderseits des Äquators verbringt, hauptsächlich in Nigeria, Kamerun und der Zentralafrikanischen Republik. Die durchschnittliche Entfernung in Luftlinie zwischen der Magadino-Ebene, dem Untersuchungsgebiet der Studie, und diesen Orten in Zentralafrika beträgt mindestens 5.500 km. Die Reisezeit betrug im Durchschnitt etwa 20 bis 25 Tage, um Zentralafrika zu erreichen, bei einer durchschnittlichen Migrationsgeschwindigkeit von 200 bis 270 km pro Tag. Einige männliche Exemplare erreichten Südafrika mit einem geradlinigen Flug von mindestens 9.000 km, den sie in etwas mehr als 40 Tagen zurücklegten. Die meisten Schwalben verbrachten den gesamten Winter an einem einzigen Ort, während nur ein Drittel der Schwalben mehrere Überwinterungsorte aufsuchte. Dank dieses Projekts konnten in wenigen Jahren weitaus mehr Erkenntnisse gewonnen werden, als dies in über hundert Jahren der Beringung dieser Art der Fall war.
Die Bestandsüberwachung wurde anschließend zumindest in den Hauptkolonien bis zum Jahr 2025 fortgesetzt; in diesem Jahr startete ein neues grenzüberschreitendes Naturschutzprojekt im Rahmen des Interreg-Programms „Italia–Schweiz „ECOsistemi di COnfine“ gestartet wurde, das eine gemeinsame und nachhaltige Bewirtschaftung des ökologischen Korridors des Flusses Ticino fördert, einer der wichtigsten natürlichen Lebensadern der Region Insubria.
Das neue Projekt zielt darauf ab, die Bestandserhebung der Schwalben in der Schweiz und in Italien – unter besonderer Berücksichtigung der Ebene von Magadino – durch die Erstellung eines neuen Bestandsverzeichnisses und die Ermittlung der vorrangigen Kolonien zu aktualisieren. Zu den Hauptzielen zählen zudem die Sensibilisierung der Anrainergemeinden, die Erstellung neuer Bildungsmaterialien, die Einbindung von Schulen durch pädagogische Aktivitäten und grenzüberschreitende Partnerschaften sowie die Bekanntmachung des Projekts über soziale Medien, um das Bewusstsein und die Beteiligung der Öffentlichkeit an diesem Thema zu stärken.
Neben Ficedula wird das Projekt in Zusammenarbeit mit der Stiftung „Bolle di Magadino“ und der Stiftung „Parco del Piano di Magadino“ durchgeführt. Die Initiative verbindet wissenschaftliche Forschung, Sensibilisierungsmaßnahmen und die aktive Beteiligung der Bevölkerung zum Schutz einer ebenso faszinierenden wie gefährdeten Art.
Die Studien haben zudem aufgezeigt, welche Erhaltungsmaßnahmen erforderlich sind, um die Population sowohl hinsichtlich der Struktur der Kolonien als auch hinsichtlich der Bewirtschaftung der Umgebung in einem guten Gesundheitszustand zu erhalten.
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