Projekt „Bird Radar“

FICEDULA > Projekt „Bird Radar“

Studienprojekt zum Thema Migration

Das BirdRadar-Projekt

Die Stiftung „Bolle di Magadino“ und Ficedula haben ein BirdRadar der neuesten Generation in Betrieb genommen, um den Vogelzug durch das Tessin zu untersuchen. Dieses rund um die Uhr aktive Gerät wird Aufschluss darüber geben, wie sich die Vögel über das gesamte Jahr hinweg bewegen und in welchen Höhenlagen sie sich aufhalten.

Das Tessin stellt einen wichtigen interalpinen Zugkorridor dar, auf dem jedes Frühjahr und jeden Herbst über 200 Arten von Sperlingsvögeln, Greifvögeln und Wasservögeln mit Millionen von Individuen im Flug durchziehen und Rast machen.

Die ersten Anzeichen sind bereits zu erkennen, der Frühjahrszug hat bereits begonnen. In diesem Jahr wird es möglich sein, die unglaublichen Wanderungen der Zugvögel mithilfe einer neuen Technologie zu untersuchen: einem ornithologischen Radar der neuesten Generation.

Dank des Einsatzes dieses BirdRadars, das im Gebiet des Piano di Magadino installiert wurde, wird es möglich sein, die Bewegungen der Zugvögel, die das Tessin überqueren, in Echtzeit zu erfassen. Dieses Gerät ermöglicht die Erfassung der Anzahl der fliegenden Vögel, der Flugrichtung, der Flughöhe sowie der Intensität der Zugströme und liefert damit äußerst wertvolle Daten für die wissenschaftliche Forschung. Mit diesem BirdRadar lässt sich nämlich auch der nächtliche Vogelzug beobachten – ein Phänomen, an dem Millionen von Vögeln beteiligt sind, das dem menschlichen Auge jedoch normalerweise verborgen bleibt. In der vergangenen Nacht wurden vom Radar über 10’000 Vögel vom Boden bis zu einer Höhe von 3’000 Metern gezählt, was nur einem Teil der über den Piano di Magadino hinwegziehenden Vögel entspricht.

Das Projekt wird somit dazu beitragen, die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Migration in dieser Region zu erweitern und gleichzeitig die Öffentlichkeit für die Bedeutung des Schutzes natürlicher Lebensräume zu sensibilisieren.

Durch den Abgleich der Radardaten mit den Daten der zahlreichen Beobachtungsstationen vor Ort wird es zudem möglich sein, zu ermitteln, welcher Anteil der Tiere den Rastplatz „Bolle di Magadino“ nutzt und welcher Anteil sich auf der Durchreise befindet.

Es gibt noch viele weitere offene Fragen, auf die wir versuchen werden, eine Antwort zu finden.

Einer der innovativsten Aspekte des Projekts ist das Bestreben, diese Informationen der Öffentlichkeit durch die Live-Darstellung der Migrationsbewegungen zugänglich zu machen. Auf diese Weise können Bürger, Naturliebhaber, Schüler und Lehrer den Verlauf der Migration direkt verfolgen.

Kräne im Flug. Foto: Davide Magnaghi